Von:
Christoph Breit

e-quatsch.de

„So ein Quatsch!“ Das Urteil ist vernichtend und ich stehe da mit meiner schönen Idee oder meinem kleinen Kunstwerk und spüre die herablassende Verachtung meines Gegenübers. „Quatsch!“ Für viele Menschen ist das der Innbegriff des Sinnlosen, das wahrhaft vergeblich und unnötig Gesagte. Quatsch eben, und mit so etwas belästigst du mich?

Ich erinnere mich an meine Kindheit und wie wir da manchmal Quatsch gemacht haben: Da sind wir rückwärts über den Bürgersteig gelaufen und haben probiert, wie lange wir nicht mit Passanten zusammenstoßen. Oder wir haben einen Springbrunnen umgeleitet und damit einen Innenhof geflutet. Und wir haben aus Gartenschläuchen und Blechdosen Instrumente gebaut und sind mit möglichst viel Lärm durch die Einkaufspassage gezogen. Quatsch machen, das war gemeinsam am schönsten und wenn sich andere darüber aufregten, um so schöner. Ach, wie lange ist das schon her?

Heute scheint „Quatsch“ zu den gefährdeten Arten zu gehören, steht schon auf der roten Liste der aussterbenden Verhaltensweisen. Sein Lebensraum wird durch den Fun bedroht und durch Vernunft und Effizienz eingeengt. Alles muss doch einen Sinn haben und der Quatsch hat es schwer - ganz zu schweigen von seiner kleinen Schwester, dem Gequatsche …

Vielleicht kann aber nur die kindliche Insel in uns dem Quatsch ein Zuhause geben, eine vernunftfreie Zone. Einmal etwas Sinnloses zu tun, einfach, weil das Leben so schön ist. Gemeinsam albern zu sein und sich nicht um das Gerede der anderen zu scheren. Absichtlich falsch reagieren und sich über verwunderten Reaktionen amüsieren.

Alles Quatsch? Mag sein! Jesus sagt: Wer das Reich Gottes nicht versteht wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.